PROJEKT: Haus der Weimarer Republik

Ein nationaler Erinnerungsort entsteht

Bauhaus-Museum (© Weimarer Republik e.V.)

Bund fördert Haus der Weimarer Republik mit 3 Millionen Euro

Das Projekt „Haus der Weimarer Republik“ kann Wirklichkeit werden. Mit drei Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ unterstützt der Bund in den kommenden Jahren die Ausgestaltung der einstigen Coudrayschen Wagenremise (Kulissenhaus) am Weimarer Theaterplatz zu einem Erinnerungsort an die erste deutsche Demokratie. „Unser Verein gründete sich im Frühjahr 2013 mit dem Ziel, zum 100. Jubiläum der Gründung der Weimarer Republik einen Ort der Erinnerung und der Auseinandersetzung mit ihren Höhen und Tiefen, ihrem Aufstieg und Niedergang zu schaffen. Diesem Ziel sind wir nun einen bedeutenden Schritt näher gekommen“, erklärt Michael Dreyer, Vorsitzender des Weimarer Republik e.V. Er dankt dem Gründungsvorsitzenden Carsten Schneider, der Weimarer Stadtverwaltung und dem Stadtrat und allen Akteuren in der Stadt Weimar, in Thüringen und auf Bundesebene für die Unterstützung während des Antragsverfahrens. Die vom Verein veranstalteten Experten- und Bürgerforen hätten sich gelohnt, denn sie lieferten die Grundlage für den erfolgreichen Antrag. Nun werde man intensiv daran arbeiten, gemeinsam mit allen interessierten Partnern und in enger Abstimmung mit der Stadt Weimar das Haus der Weimarer Republik bis zum Jahr 2019 zu verwirklichen.

Der bereits bei der Vorbereitung des Antrages durchgeführte transparente Prozess der Bürgerinformation soll auf jeden Fall fortgesetzt werden. Derzeit erarbeitet der Weimarer Republik e.V. gemeinsam mit der Stadt Weimar die dafür notwendigen Grundlagen. Sobald es hier einen neuen Stand gibt, wird an dieser Stelle ausführlich informiert. Bis dahin laden wir Sie ein, sich über den bisherigen Werdegang des Projekts Haus der Weimarer Republik näher zu informieren und uns Ihre Anregungen mitzuteilen.

Bürgerforum20160316

Bürgerforum favorisiert den Standort Theaterplatz

Der öffentliche Diskussionsprozess über Inhalt und Standort eines „Hauses der Weimarer Republik“ in Weimar wurde erfolgreich abgeschlossen. Bei einem gut besuchten Bürgerforum am 16. März sprach sich nach engagierter Diskussion die Mehrheit der Anwesenden für das heutige Bauhaus-Museum als künftigen Erinnerungsort an die erste deutsche Demokratie aus. Zuvor waren insgesamt sechs mögliche Standorte kritisch beleuchtet worden. Dabei wurden auch einige Bedenken und Anregungen geäußert. „Wir sind sehr dankbar für diese Rückmeldungen und werden sie in der weiteren Arbeit beachten“, so Prof. Dr. Michael Dreyer, Vorsitzender des Weimarer Republik e.V. Nun gibt es aus dem Diskussionsprozess heraus die eindeutige Empfehlung für den Theaterplatz als Ort für das „Haus der Weimarer Republik“. Die Entscheidung liegt nun beim Weimarer Stadtrat als demokratisch legitimiertem Gremium.

Expertenkolloquium (© Weimarer Republik e.V.)

Expertenkolloquium empfiehlt den Theaterplatz

Mit überwältigender Mehrheit hat ein hochkarätig besetztes Expertenkolloquium am 17. Februar 2016 eine Empfehlung für den Standort des Hauses der Weimarer Republik in Weimar abgegeben: Das derzeit als Bauhaus-Museum genutzte Kulissenhaus (Coudraysche Wagenremise) am Theaterplatz 4 wird aufgrund seiner Verfügbarkeit, seiner Authentizität und seiner Lage für den bestmöglichen Standort gehalten. Insgesamt fünf Vorschläge waren von den mehr als 30 Kommunalpolitikern, Wissenschaftlern, Ausstellungsfachleuten und Vertretern der politischen Bildungsarbeit intensiv diskutiert worden.

Der Weimarer Republik e.V. bemüht sich um ein öffentliches, transparentes Verfahren im Diskussionsprozess. Deshalb stellt er alle wichtigen Unterlagen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Im Downloadbereich dieses Forums können Sie alle relevanten Unterlagen herunterladen.

Weimarer Republik e.V. schlägt neuen Projekttitel vor

In den vergangenen Wochen hat sich der Weimarer Republik e.V. ausführlich mit einem möglichen Namen für die Erinnerungsstätte beschäftigt und dabei die zahlreichen Anregungen aus der Diskussion im Herbst 2015 einfließen lassen.

Sein Vorschlag lautet nun: Haus der Weimarer Republik. Forum für Demokratie.

„Wir meinen, dass dieser Titel in Verbindung mit der Unterzeile die Funktion des Hauses und unsere Intentionen beim Umgang mit der Erinnerung an die erste deutsche Demokratie sehr treffend beschreibt“, so Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Michael Dreyer. Einerseits werde der weltweit geläufige Begriff der Weimarer Republik nach vorn gestellt, andererseits der enge Bezug zur gegenwärtigen Demokratie unterstrichen.

Weimar (© Stadtmuseum Weimar)

Warum gibt es diesen öffentlichen Diskussionsprozess?

Der Weimarer Republik e.V. hat gemeinsam mit der Stadtverwaltung Weimar einen öffentlichen Diskussionsprozess darüber angestoßen, in welcher Weise und wo in der Stadt eine angemessene Erinnerungsstätte an die Weimarer Republik als erster deutscher Demokratie entstehen soll. Diese Diskussion sollte jetzt geführt werden, damit noch genügend Zeit bleibt, um im Jubiläumsjahr 2019 eine angemessene Würdigung der Ereignisse am Ort ihres Geschehens erfolgen zu lassen. Ziel ist es, bis zum Frühjahr 2016 zu einem auf breiter Basis abgestimmten Vorschlag zu Inhalt, Titel und Standort eines Hauses der Demokratie in Weimar zu gelangen, der es ermöglicht, im Anschluss die Finanzierung und Umsetzung des Projekts zu organisieren.

Zwei Phasen der Diskussion

Damit der Diskussionsprozess erfolgreich verlaufen kann, sollte eine sinnvolle thematische Aufreihung vorgenommen werden. Dabei gilt der Grundsatz, dass die Form dem Inhalt folgt. Zunächst muss also über die Inhalte der Erinnerungsstätte debattiert werden. Wenn hierüber Klarheit herrscht, dann kann über den besten Ort für dieses Vorhaben diskutiert werden. Die Diskussion wird in beiden Phasen einerseits aus einem Austausch unter Fachexperten bestehen und andererseits aus einem Diskurs in der Öffentlichkeit, der Ideen und Anregungen der Bürger aufgreift. Beide Kommunikationsstränge werden miteinander verwoben, insbesondere dadurch, dass der Fachaustausch zuerst stattfindet und im anschließenden öffentlichen Diskurs dessen Ergebnisse als Grundlage genutzt werden können.

Deutsches Nationaltheater 1919 (© Stadtmuseum Weimar)

Formen der Diskussion

In den öffentlichen Diskussionsprozess sollen möglichst viele Bürger und Akteure eingebunden werden. Deshalb ist es notwendig, ihn auf mehreren Ebenen zu führen. Dadurch ist gewährleistet, dass alle interessierten Bürger die Möglichkeit haben, sich in den Prozess einzubringen. Folgende Instrumente werden zum Einsatz gelangen:

  1. Expertenkolloquien
  2. öffentliche Bürgerforen
  3. Informationen über den Rathauskurier der Stadt Weimar
  4. Informationen über die lokalen Medien in Weimar
  5. Info- und Diskussionsstände in der Weimarer Innenstadt
  6. eine Informationsplattform mit Kontaktformular im Internet

Als Moderator des Diskussionsprozesses fungiert Hartmut Kaczmarek. Der erfahrene Journalist war viele Jahre lang Chefreporter und stellvertretender Chefredakteur der in Weimar erscheinenden Thüringischen Landeszeitung und arbeitet gegenwärtig als Pressesprecher des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Thüringen.

Die nächsten Termine:

Derzeit befinden wir uns in der Planung für die nächsten Veranstaltungen zum Projekt.
Sobald konkrete Termine feststehen, erfahren Sie es hier.

Downloadbereich:

Hier finden Sie alle wichtigen Dokumente zum Diskussionsprozess

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Glossar

Abkürzungs- und Siglenverzeichnis der verwendeten Literatur:

[AB]August Baudert: Sachsen-Weimars Ende. Historische Tatsachen aus sturmbewegter Zeit, Weimar 1923.
[AS]Axel Schildt: Die Republik von Weimar. Deutschland zwischen Kaiserreich und „Drittem Reich“ (1918-1933), hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009.
[BauerBauer, Kurt, Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall, u.a. Wien 2008.
[BihlBihl, Wolfdieter, Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918. Chronik - Daten - Fakten, Wien 2010.
[BüttnerBüttner, Ursula, Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933, Stuttgart 2008.
[DNV]Die Deutsche Nationalversammlung im Jahre 1919 in ihrer Arbeit für den Aufbau des neuen deutschen Volksstaates, hrsg. v. Ed.[uard] Heilfron, Bd. 1 bis 6, Berlin [1919].
[Ebert/Wienecke-JanzEbert, Johannes/Wienecke-Janz, Detlef, Die Chronik. Geschichte des 20. Jahrhunderts bis heute, Gütersloh/München 2006.
[EK]Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik, 3. überarb. u. erw. Aufl., München 1993.
[EtzoldEtzold, Hans-Rüdiger, Der Käfer II. Die Käfer-Entwicklung von 1934 bis 1982 vom Urmodell zum Weltmeister, Stuttgart 1989.
[GG]Gitta Günther: Weimar-Chronik. Stadtgeschichte in Daten. Dritte Folge: März 1850 bis April 1945 (Weimarer Schriften, Heft 33), Weimar 1987.
[GrüttnerGrüttner, Michael, Das Dritte Reich 1933-1945 (= Bd. 19, Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte), Stuttgart 2014.
[HildebrandHildebrand, Klaus, Das Dritte Reich, 7. Aufl., München 2010.
[Kessler Tgbb]Harry Graf Kessler. Tagebücher 1918-1937, hrsg. von Wolfgang Pfeiffer-Belli, Frankfurt a. M und Leipzig 1996.
[KittelKittel, Erich, Novembersturz 1918. Bemerkungen zu einer vergleichenden Revolutionsgeschichte der deutschen Länder, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 104 (1968), S. 42-108.
[KolbKolb, Eberhard, Die Weimarer Republik, 7. durchges. und erw. Aufl., München 2010.
[NiedhartNiedhart, Gottfried, Die Außenpolitik der Weimarer Republik, 2. aktualisierte Aufl., München 2010.
[O/S]Manfred Overesch/ Friedrich Wilhelm Saal: Die Weimarer Republik. Eine Tageschronik der Politik, Wirtschaft, Kultur, Düsseldorf 1992.
[Overesch/SaalOveresch, Manfred/Saal, Friedrich Wilhelm, Die Weimarer Republik, Eine Tageschronik der Politik, Wissenschaft Kultur, Augsburg 1992.
[PeukertPeukert, Detlef, Die Weimarer Republik. Krisenjahre der Klassischen Moderne, Frankfurt a.M. 1987.
[PK]Paul Kaiser: Die Nationalversammlung 1919 und die Stadt Weimar (Weimarer Schriften, Heft 16), Weimar 1969.
[PM]Paul Messner: Das Deutsche Nationaltheater Weimar. Ein Abriß seiner Geschichte. Von den Anfängen bis Februar 1945 (Weimarer Schriften, Heft 17), Weimar 1985.
[ThHB]Thüringen-Handbuch. Territorium, Verfassung, Parlament, Regierung und Verwaltung in Thüringen 1920 bis 1995, hrsg. von Bernhard Post und Volker Wahl, Redaktion Dieter Marek (Veröffentlichungen aus Thüringischen Staatsarchiven, Bd. 1), Weimar 1999.
[TofahrnTofahrn, Klaus W., Chronologie des Dritten Reiches. Ereignisse, Personen, Begriffe, Darmstadt 2003.
[UB]Ursula Büttner: Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933. Leistungen und Versagen in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, Stuttgart 2008.
[VU]Volker Ullrich: Die Revolution von 1918/19, München 2009.
[WinklerWinkler, Heinrich-August, Weimar 1918-1933. Die Geschichte der Ersten deutschen Demokratie, München 1993.
[WirschingWirsching, Andreas, Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, 2. erw. Aufl., München 2010.

(zusammengestellt von Dr. Jens Riederer und Christine Rost, bearbeitet von Stephan Zänker)