Start ins Jubiläumsjahr

Jubliäumsauftakt im DNT (© Weimarer Republik e.V., Foto: Thomas Müller)

Das Foyer des Deutschen Nationaltheaters war am vergangenen Samstag bis auf den letzten Platz gefüllt, sogar auf der Empore drängten sich die Menschen. Ein besseres Signal konnte es für den offiziellen Auftakt des Jubiläumsjahres 2019 gar nicht geben. Der Weimarer Republik e.V. hatte gemeinsam mit dem DNT und der Stadt Weimar zu einer Festveranstaltung geladen – ganz bewusst am 19. Januar, denn dieser Tag barg vor 100 Jahren gleich mehrere wichtige Ereignisse: Es fanden die ersten freien Wahlen nach der Novemberrevolution statt, erstmals durften Frauen und Soldaten abstimmen. Und Intendant Ernst Hardt verkündete die Umbenennung des Landestheaters Weimar in Deutsches Nationaltheater.
Als Ehrengast hielt die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Dr. Katarina Barley, eine engagierte Festrede, in der sie die Errungenschaften der ersten deutschen Demokratie würdigte, den Mut der damals Handelnden lobte und zugleich dazu aufrief, die Werte des heutigen Grundgesetzes gegen alle Angriffe zu verteidigen. „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“, warnte sie. Zugleich betonte sie, wie wichtig die Erinnerung an die Weimarer Republik ist und wie wertvoll die Arbeit des gleichnamigen Vereins. Vorsitzender Prof. Dr. Michael Dreyer bedankte sich für die Festrede und zugleich für die seit 2015 andauernde finanzielle Unterstützung durch das Bundesjustizministerium. In seinem Grußwort hob er die besondere Bedeutung der Weimarer Reichsverfassung für die deutsche und internationale Verfassungsgeschichte hervor und beschrieb die große Leistung, die 1918 und 1919 durch die Republikgründer in wenigen Monaten erbracht worden war.
Generalintendant Hasko Weber erklärte in seinem Grußwort, dass er voller Bewunderung auf den Mut seines Vorgängers bei der Umbenennung des Theaters blicke. Ernst Hardt stehe für einen kulturellen Aufbruch in Weimar, seine Worte, die er am 19. Januar 1919 gebrauchte, enthielten eine hohe Aktualität. Oberbürgermeister Peter Kleine hob hervor, dass Weimar stolz sein könne, Namensgeber der ersten deutschen Republik zu sein – und dass die Beschäftigung mit der Geschichte lehrt, nichts als Selbstverständlichkeit zu betrachten.
Am Rande der Festveranstaltung wurde das Modell des Hauses der Weimarer Republik präsentiert und zugleich eine druckfrische Broschüre präsentiert, die unter dem Titel „Weimar und die Republik“ über alle Aspekte des Jubiläumsjahres informiert und mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen entstanden ist.

Glossar

Abkürzungs- und Siglenverzeichnis der verwendeten Literatur:

[AB]August Baudert: Sachsen-Weimars Ende. Historische Tatsachen aus sturmbewegter Zeit, Weimar 1923.
[AS]Axel Schildt: Die Republik von Weimar. Deutschland zwischen Kaiserreich und „Drittem Reich“ (1918-1933), hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009.
[BauerBauer, Kurt, Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall, u.a. Wien 2008.
[BihlBihl, Wolfdieter, Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918. Chronik - Daten - Fakten, Wien 2010.
[BüttnerBüttner, Ursula, Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933, Stuttgart 2008.
[DNV]Die Deutsche Nationalversammlung im Jahre 1919 in ihrer Arbeit für den Aufbau des neuen deutschen Volksstaates, hrsg. v. Ed.[uard] Heilfron, Bd. 1 bis 6, Berlin [1919].
[Ebert/Wienecke-JanzEbert, Johannes/Wienecke-Janz, Detlef, Die Chronik. Geschichte des 20. Jahrhunderts bis heute, Gütersloh/München 2006.
[EK]Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik, 3. überarb. u. erw. Aufl., München 1993.
[EtzoldEtzold, Hans-Rüdiger, Der Käfer II. Die Käfer-Entwicklung von 1934 bis 1982 vom Urmodell zum Weltmeister, Stuttgart 1989.
[GG]Gitta Günther: Weimar-Chronik. Stadtgeschichte in Daten. Dritte Folge: März 1850 bis April 1945 (Weimarer Schriften, Heft 33), Weimar 1987.
[GrüttnerGrüttner, Michael, Das Dritte Reich 1933-1945 (= Bd. 19, Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte), Stuttgart 2014.
[HildebrandHildebrand, Klaus, Das Dritte Reich, 7. Aufl., München 2010.
[Kessler Tgbb]Harry Graf Kessler. Tagebücher 1918-1937, hrsg. von Wolfgang Pfeiffer-Belli, Frankfurt a. M und Leipzig 1996.
[KittelKittel, Erich, Novembersturz 1918. Bemerkungen zu einer vergleichenden Revolutionsgeschichte der deutschen Länder, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 104 (1968), S. 42-108.
[KolbKolb, Eberhard, Die Weimarer Republik, 7. durchges. und erw. Aufl., München 2010.
[NiedhartNiedhart, Gottfried, Die Außenpolitik der Weimarer Republik, 2. aktualisierte Aufl., München 2010.
[O/S]Manfred Overesch/ Friedrich Wilhelm Saal: Die Weimarer Republik. Eine Tageschronik der Politik, Wirtschaft, Kultur, Düsseldorf 1992.
[Overesch/SaalOveresch, Manfred/Saal, Friedrich Wilhelm, Die Weimarer Republik, Eine Tageschronik der Politik, Wissenschaft Kultur, Augsburg 1992.
[PeukertPeukert, Detlef, Die Weimarer Republik. Krisenjahre der Klassischen Moderne, Frankfurt a.M. 1987.
[PK]Paul Kaiser: Die Nationalversammlung 1919 und die Stadt Weimar (Weimarer Schriften, Heft 16), Weimar 1969.
[PM]Paul Messner: Das Deutsche Nationaltheater Weimar. Ein Abriß seiner Geschichte. Von den Anfängen bis Februar 1945 (Weimarer Schriften, Heft 17), Weimar 1985.
[ThHB]Thüringen-Handbuch. Territorium, Verfassung, Parlament, Regierung und Verwaltung in Thüringen 1920 bis 1995, hrsg. von Bernhard Post und Volker Wahl, Redaktion Dieter Marek (Veröffentlichungen aus Thüringischen Staatsarchiven, Bd. 1), Weimar 1999.
[TofahrnTofahrn, Klaus W., Chronologie des Dritten Reiches. Ereignisse, Personen, Begriffe, Darmstadt 2003.
[UB]Ursula Büttner: Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933. Leistungen und Versagen in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, Stuttgart 2008.
[VU]Volker Ullrich: Die Revolution von 1918/19, München 2009.
[WinklerWinkler, Heinrich-August, Weimar 1918-1933. Die Geschichte der Ersten deutschen Demokratie, München 1993.
[WirschingWirsching, Andreas, Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, 2. erw. Aufl., München 2010.

(zusammengestellt von Dr. Jens Riederer und Christine Rost, bearbeitet von Stephan Zänker)

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