Symposium zur Weimarer Reichsverfassung

Dr. Katarina Barley beim Wissenschaftlichen Symposium „100 Jahre Weimarer Reichsverfassung“ (© Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz)

In der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften kamen zahlreiche Experten zusammen, um die Weimarer Reichsverfassung 100 Jahre nach ihrer Erarbeitung durch die Nationalversammlung zu würdigen. Nachdem in früheren Jahrzehnten oftmals auf Defizite im Verfassungstext hingewiesen wurde, anerkennt der wissenschaftliche Diskurs inzwischen einhellig die besondere Leistung der damaligen Akteure, in relativ kurzer Zeit und unter schwierigen Bedingungen die erste deutsche Demokratie zu begründen. Die Weimarer Reichsverfassung galt in den 20er Jahren als modernste Verfassung der Welt und wirkte vielfach als Vorbild. Diese Erkenntnisse wurden auch während des Symposiums diskutiert.
In ihrem Grußwort zur Eröffnung des Symposiums machte Bundesjustizministerin Dr. Katarina Barley deutlich, dass das heutige Grundgesetz die Erkenntnisse aus der Geschichte der Weimarer Verfassung als Grundlage nutzen konnte: „Die Mütter und Väter des Grundgesetzes mussten bei dieser Aufgabe nicht bei null anfangen. Sie konnten sich auf die Erfahrungen stützten, die mit der Weimarer Verfassung gemacht wurden. Rückblickend betrachtet lastete auf der Weimarer Verfassung fast noch eine größere Bürde als dreißig Jahre später auf unserem Grundgesetz.“ Barley erinnerte an oft vergessene fortschrittliche Errungenschaften dieser Verfassung: „Aber – und das ist vielen Menschen nicht so bekannt – in der Weimarer Verfassung standen auch einige für die damalige Zeit recht fortschrittliche Dinge. Artikel 119 zum Beispiel: Die Ehe beruht „auf der Gleichberechtigung der Geschlechter.“ Die Gleichberechtigung ist ein Thema, was uns heute auch noch immer wieder beschäftigt.“
Der Weimarer Republik e.V. war auf dem Symposium durch seinen Vorsitzenden Prof. Dr. Michael Dreyer vertreten, der zugleich die Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena leitet. Darüber hinaus gehörte die kompakte Wanderausstellung über die Weimarer Republik, die der Verein erarbeitet hat, zum Begleitprogramm.

Glossar

Abkürzungs- und Siglenverzeichnis der verwendeten Literatur:

[AB]August Baudert: Sachsen-Weimars Ende. Historische Tatsachen aus sturmbewegter Zeit, Weimar 1923.
[AS]Axel Schildt: Die Republik von Weimar. Deutschland zwischen Kaiserreich und „Drittem Reich“ (1918-1933), hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009.
[BauerBauer, Kurt, Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall, u.a. Wien 2008.
[BihlBihl, Wolfdieter, Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918. Chronik - Daten - Fakten, Wien 2010.
[BüttnerBüttner, Ursula, Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933, Stuttgart 2008.
[DNV]Die Deutsche Nationalversammlung im Jahre 1919 in ihrer Arbeit für den Aufbau des neuen deutschen Volksstaates, hrsg. v. Ed.[uard] Heilfron, Bd. 1 bis 6, Berlin [1919].
[Ebert/Wienecke-JanzEbert, Johannes/Wienecke-Janz, Detlef, Die Chronik. Geschichte des 20. Jahrhunderts bis heute, Gütersloh/München 2006.
[EK]Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik, 3. überarb. u. erw. Aufl., München 1993.
[EtzoldEtzold, Hans-Rüdiger, Der Käfer II. Die Käfer-Entwicklung von 1934 bis 1982 vom Urmodell zum Weltmeister, Stuttgart 1989.
[GG]Gitta Günther: Weimar-Chronik. Stadtgeschichte in Daten. Dritte Folge: März 1850 bis April 1945 (Weimarer Schriften, Heft 33), Weimar 1987.
[GrüttnerGrüttner, Michael, Das Dritte Reich 1933-1945 (= Bd. 19, Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte), Stuttgart 2014.
[HildebrandHildebrand, Klaus, Das Dritte Reich, 7. Aufl., München 2010.
[Kessler Tgbb]Harry Graf Kessler. Tagebücher 1918-1937, hrsg. von Wolfgang Pfeiffer-Belli, Frankfurt a. M und Leipzig 1996.
[KittelKittel, Erich, Novembersturz 1918. Bemerkungen zu einer vergleichenden Revolutionsgeschichte der deutschen Länder, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 104 (1968), S. 42-108.
[KolbKolb, Eberhard, Die Weimarer Republik, 7. durchges. und erw. Aufl., München 2010.
[NiedhartNiedhart, Gottfried, Die Außenpolitik der Weimarer Republik, 2. aktualisierte Aufl., München 2010.
[O/S]Manfred Overesch/ Friedrich Wilhelm Saal: Die Weimarer Republik. Eine Tageschronik der Politik, Wirtschaft, Kultur, Düsseldorf 1992.
[Overesch/SaalOveresch, Manfred/Saal, Friedrich Wilhelm, Die Weimarer Republik, Eine Tageschronik der Politik, Wissenschaft Kultur, Augsburg 1992.
[PeukertPeukert, Detlef, Die Weimarer Republik. Krisenjahre der Klassischen Moderne, Frankfurt a.M. 1987.
[PK]Paul Kaiser: Die Nationalversammlung 1919 und die Stadt Weimar (Weimarer Schriften, Heft 16), Weimar 1969.
[PM]Paul Messner: Das Deutsche Nationaltheater Weimar. Ein Abriß seiner Geschichte. Von den Anfängen bis Februar 1945 (Weimarer Schriften, Heft 17), Weimar 1985.
[ThHB]Thüringen-Handbuch. Territorium, Verfassung, Parlament, Regierung und Verwaltung in Thüringen 1920 bis 1995, hrsg. von Bernhard Post und Volker Wahl, Redaktion Dieter Marek (Veröffentlichungen aus Thüringischen Staatsarchiven, Bd. 1), Weimar 1999.
[TofahrnTofahrn, Klaus W., Chronologie des Dritten Reiches. Ereignisse, Personen, Begriffe, Darmstadt 2003.
[UB]Ursula Büttner: Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933. Leistungen und Versagen in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, Stuttgart 2008.
[VU]Volker Ullrich: Die Revolution von 1918/19, München 2009.
[WinklerWinkler, Heinrich-August, Weimar 1918-1933. Die Geschichte der Ersten deutschen Demokratie, München 1993.
[WirschingWirsching, Andreas, Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, 2. erw. Aufl., München 2010.

(zusammengestellt von Dr. Jens Riederer und Christine Rost, bearbeitet von Stephan Zänker)

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