PROJEKT: Haus der Weimarer Republik - Forum für Demokratie


Aktuelle Arbeiten (Stand: 16.10.2018)

Die archäologischen Untersuchungen wurden Ende August 2018 abgeschlossen und die Ergebnisse zum Tag des Denkmals am 09.09.2018 interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Bei den Grabungen wurde ein Teil des alten Lotte-Kanals freigelegt und dokumentiert. Der dazugehörige Untersuchungsbericht wird aktuell durch das Thüringische Landesamt für Archäologische Denkmalpflege erstellt.

Die Planungsunterlagen zum Haus der Weimarer Republik sind beim Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft zur baufachlichen Prüfung eingereicht. Der Abschluss der Prüfung wird bis Ende Oktober 2018 erwartet. Der erste Bauabschnitt wird sich auf die Sanierung des Altbaus konzentrieren. Zum 05.10.2018 konnten die Zuschläge für die ersten Baulose des Altbaus (Abbruch-, Rohbau- und Gerüstarbeiten) vergeben werden. Weitere Baulose für den Altbau sind z. Zt. öffentlich ausgeschrieben. Ab dem 22.10.2018 beginnen bereits die ersten Arbeiten inkl. der Baustelleneinrichtung. Für diese wird das Grundstück östlich vom Gebäude genutzt. Der dort noch befindliche Spielplatz wird wie angekündigt geschlossen. Eine Ersatzfläche mit Spielmöglichkeit ist in der Nähe in Vorbereitung. Zusammen mit dem angrenzenden bisher als Parkfläche genutzten Grundstück wird die Fläche zur Andienung der Baustelle genutzt (Materiallager, später Kranstandort etc.).

 

Bedeutung des Hauses der Weimarer Republik

Zum Jubiläum der Gründung der Weimarer Republik vor 100 Jahren soll im Jahr 2019 in Weimar ein „Haus der Weimarer Republik - Forum für Demokratie“ entstehen. Vorgesehen als Standort ist dafür das jetzige Bauhaus-Museum, das im Zeughof-Quartier am östlichen Rand des Theaterplatzes in Weimar liegt. Dieser Standort war das Ergebnis einer breit angelegten öffentlichen Diskussion. Es handelt sich um einen geschichtlich authentischen Ort, gegenüber dem Deutschen Nationaltheater, als Gründungsort der ersten deutschen Demokratie.

Die Schaffung eines Hauses der Weimarer Republik im Zeughof-Quartier Weimars ist ein investives Projekt mit einem ausgeprägten städtebaulichen Bezug innerhalb eines  Denkmalensembles nationalen Ranges mit internationaler Bedeutung. Die bisher noch wenig beleuchtete Demokratieentstehung in Weimar wird mit diesem Vorhaben klar verortet und schafft neue Impulse für das städtebauliche Umfeld wie auch für die Wahrnehmung der Thematik über die Grenzen Thüringens hinaus. Das Gebäude soll ein Ort der Forschung und der Projektarbeit zu Fragen der Demokratie-entwicklung und deren Scheitern sowie ein Treffpunkt für politische und geschichtliche Bildungsangebote sein. 

Mit der Umsetzung des Vorhabens sollen gleichzeitig auch wesentlichen Ziele in diesem innerstädtischen Quartier verfolgt werden. Das Vorhaben ist der erste Abschnitt zur Neuordnung des Zeughof-Quartiers östlich des Theaterplatzes in Weimar. Mit der Modernisierung und Instandsetzung des vorhandenen ehemaligen Kulissenhauses, das derzeit als Bauhaus-Museum genutzt wird, sowie der Einbeziehung der baulichen Reste des ehemaligen Zeughauses wird ein städtebaulicher Missstand in einem hochrangigen Denkmalensemble beseitigt. Durch die unmittelbare räumliche Nähe zur UNESCO-Welterbestätte Wittumspalais sowie zum Deutschen Nationaltheater besteht ein klarer historischer Kontext zum klassischen Weimar und zur Weimarer Republik. Der Verein Weimarer Republik e.V. wird mit der Betreibung des Hauses der Weimarer Republik eine interkommunale Vernetzung der positiven deutschen Demokratieorte anstreben.

Für diese anspruchsvolle Aufgabe wurde in der ersten Jahreshälfte 2017 ein offener anonymer Realisierungs- und Ideenwettbewerb ausgelobt, bei dem insgesamt 61 nationale, wie auch internationale Einreichungen zu verzeichnen waren. Der vom Preisgericht an das Architekturbüro Muffler vergebene 1. Preis wurde zur Umsetzung beauftragt.

 

Entwurf und bauliche Konzeption

Der Entwurf des Architekturbüros Muffler folgt einem einfachen, aber klaren Konzept: Instandsetzung des Bestandsgebäudes und Ergänzung um einen modernen Anbau. Das bestehende Gebäude (bisherige Bauhaus-Museum) wird durch die notwendigen Instandsetzungen (Elektroinstallation, Einbruch- und Gefahrenmeldeanlage, Teillüftung) aufgewertet. Das Foyer, Museumsshop und Garderobe leiten in das Ge­bäude ein und erschließen den großen Saal, der eine Dauerausstellung aufnehmen wird. Das Kellergeschoß des Bestandsgebäudes wird weitestgehend in vorhandenem Zustand belassen und nimmt die Lager- sowie Technikflächen auf. 

Ein leichter Erschlie­ßungskörper als Fuge zwischen Bestand und Neubau verknüpft über die Treppenanlage mit behindertengerechtem Aufzug alle Ebenen des Hauses der Weimarer Republik.Der sich anschließende Erweiterungsbau definiert sich als kompaktes Volumen und weist ein optimiertes und baulich reduziertes Hüllflächenverhältnis auf. Die bauliche Ausstattung orientiert sich am Mindeststandard. Der Baukörper steht teilweise über den historischen Wänden des Zeughaus-Fragmentes und bildet damit eine spannendes Ensemble von alt und neu, Vergangenheit und Zukunft. Das Gebäude besteht aus drei Zonen, die ihrer jeweiligen Nutzung entsprechen. Das Gartengeschoss beherbergt mit dem Multifunktionsraum einen Ort für politische Bildung und Diskussion. Es ist transparent und öffnet sich zu allen Seiten hin. Ein geschlossener Hof im Zeughaus-Fragment bildet einen ruhigen Außenraum, der mit den Bestandswänden vom öffentlichen Raum abgetrennt ist. Zentrales Element in der Gartengeschossebene ist die Wahrnehmung der denkmalge­schützten Sockelwände des ehemaligen Zeughauses.Darüber erschließt sich im Erdgeschoss ein großer Ausstellungsbereich für Sonderausstellungen. Der Raum bietet Flexibilität und kann nach Belieben durch eingestellte Möbel oder Trennwände gegliedert werden. Durch den Verbindungsbau sind beide Ausstellungsbereiche (Altbau und Neubau) halbgeschossig versetzt angeordnet in Kombination nutzbar. Das Obergeschoss bietet Raum für wissenschaftliches Forschen. Hier sind in einem flexiblen Rahmen Büros, Besprechungsbereiche sowie ein kleine Bibliothek vorgesehen. Auf jeder Ebene sind die Sanitäranlagen sowie entsprechende notwendige Technikräume angeordnet.

 

Zeitplan

(vorbehaltlich von erforderliche Anpassungen durch Baugrundverhältnisse):
 
 

Entwurfsplanung

02/2018

Antrag auf Baugenehmigung

05/2018

Ausführungsplanung

06/2018

Bearbeitung Ausschreibungsunterlagen / Ausschreibung         

07/2018

Baubeginn Bestandsgebäude

11/2018

Baubeginn Erweiterungsbau

11/2018

Fertigstellung Bestand

06/2019

Fertigstellung Erweiterungsbau

Ende 2020

 

Baukosten

Gesamtbaukosten: ca. 3,9 Mio. €

davon Förderung aus dem Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" mit 3,0 Mio. € und 480.000 € aus Städtebaufördermitteln

 

(Quelle: Stadtverwaltung Weimar - www.weimar.de)

Baustart am Haus der Weimarer Republik (© Christian Faludi)

Baustart am Haus der Weimarer Republik

Nun geht es richtig los: Am 13. November erfolgte der offizielle Baustart für das Haus der Weimarer Republik. Auf Einladung von Oberbürgermeister Peter Kleine erschienen zahlreiche Gäste, um dieses für die Stadt, für die Region und auch für ganz Deutschland wichtige Ereignis zu feiern. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Marco Wanderwitz, verwies in seinem Grußwort auf die nationale Bedeutung des Projekts und dankte den Bundestagsabgeordneten für die Bereitstellung der Haushaltsmittel, insbesondere Carsten Schneider (SPD) und Antje Tillmann (CDU). Der Bund fördert das Vorhaben mit drei Millionen Euro, hinzu kommen Mittel der Städtebauförderung und ein Eigenanteil der Stadt Weimar In einem ersten Bauabschnitt wird nun der bestehende Altbau am Theaterplatz saniert. Er soll bis zum Sommer 2019 fertiggestellt sein und zum Verfassungsjubiläum am 31. Juli eröffnet werden. Der Weimarer Republik e.V. wird dann eine Dauerausstellung zur Weimarer Republik und ein Begegnungszentrum eröffnen. In einem zweiten Bauabschnitt entsteht bis 2020 ein ergänzender Neubau, in dem ein Multifunktionsraum, ein Sonderausstellungsbereich und Büros untergebracht werden. „Wir freuen uns sehr über dieses Projekt. Für uns geht ein Traum in Erfüllung“, erklärte Prof. Dr. Michael Dreyer, Vorsitzender des Weimarer Republik e.V. Er kündigte an, dass das Haus der Weimarer Republik als Forum für Demokratie ein offener und lebendiger Ort sein werde. Dazu gehöre auch, vorhandene Traditionen am Standort zu pflegen. So soll der Künstlergarten als Kleinod in Weimar erhalten und noch attraktiver gestaltet werden.

Beiratssitzung zum Haus der Weimarer Republik (© Weimarer Republik e.V.)

Beirat befürwortet Ausstellungskonzept

Der wissenschaftliche Beirat des Hauses der Weimarer Republik hat das Grobkonzept der künftigen Dauerausstellung einmütig befürwortet. Am 22. Mai traf sich das hochkarätige Gremium zur Besichtigung der Räumlichkeiten am Theaterplatz und anschließend zu einer ausführlichen Diskussion im Stadtmuseum Weimar. Dabei stellte der Weimarer Republik e.V. das von der Firma Musealis erarbeitete Konzept für die Dauerausstellung im großen Saal des Altbaus sowie den Prolograum vor. Es sieht einen Zeitstrahl mit angefügten, begehbaren Litfass-Säulen, mehrere Themeninseln und einen starken Gegenwartsbezug vor. Durch den Einsatz von multimedialer Technik soll der knappe Raum vergrößert und das Erlebnis attraktiver gestaltet werden. Der wissenschaftliche Beirat würdigte das Grobkonzept als hervorragende Grundlage für eine wirksame Darstellung der ersten deutschen Demokratie. Zudem gab er eine Reihe wertvoller Anregungen zur inhaltlichen und gestalterischen Schärfung. „Wir sind sehr froh über diesen Rückenwind“, erklärte Prof. Dr. Michael Dreyer, Vorsitzender des Weimarer Republik e.V., und verwies auf die geballte Fachkompetenz des Gremiums, die dem Projekt zugutekomme. Der wissenschaftliche Beirat wurde berufen, um die Einrichtung des Hauses der Weimarer Republik zu begleiten und mit Hinweisen und Anregungen zu unterstützen. An seiner ersten Sitzung nahmen Prof. Ursula Büttner (Hamburg), Prof. Alexander Gallus (TU Chemnitz), Dr. Wolfgang Niess (Autor, Journalist), Prof. Wolfram Pyta (Uni Stuttgart), Dr. Alf Rößner (Stadtmuseum Weimar), Prof. Thomas Schleper (Landschaftsverband Rheinland), Dr. Arnulf Scriba (Deutsches Historisches Museum), Dr. Jochen Voit (Stiftung Ettersberg), Dr. Kerstin Wolff (Archiv der deutschen Frauenbewegung), Eric Wrasse (EJBW Weimar) und Dr. Vera Zahnhausen (Bundesaarchiv) teil. Weitere Beiratsmitglieder sind Prof. Kathrin Groh (München), Prof. Christoph Gusy (Bielefeld), Prof. Anke John (Jena), Prof. Marcus Llanque (Augsburg) und Prof. Walter Mühlhausen (Heidelberg).

Schirmübergabe zwischen der Stadt Weimar, dem Weimarer Republik e.V. und der Klassik-Stiftung (© Stadtverwaltung Weimar )

Schirmübergabe am Theaterplatz

In der vorigen Woche fand in Weimar eine symbolische „Schirmübergabe“ statt: Der Präsident der Klassik-Stiftung Weimar, Hellmut Seemann, vollzog mit ihr die offizielle Übergabe des ehemaligen Bauhaus-Museums am Theaterplatz an die Stadt Weimar. Oberbürgermeister Stefan Wolf und der Geschäftsführer des Weimarer Republik e.V., Stephan Zänker, erhielten je einen Regenschirm in den Farben schwarz-rot-gold – als Hinweis darauf, dass in dem Gebäude demnächst das Haus der Weimarer Republik entstehen wird. Möglich wurde dies dadurch, dass gegenwärtig ein neues Bauhaus-Museum nördlich der Innenstadt entsteht, so dass das bisherige Domizil nutzbar ist. Über das Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ hat der Bund darüber hinaus 3 Millionen Euro für die Sanierung des Altbaus und einen Ergänzungsbau bereitgestellt. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen. Geplant ist, den sanierten Altbau im Jahr 2019 und den Ergänzungsbau im Jahr 2020 einzuweihen.

Ansicht vom Zeughof (Quelle: Büro Muffler)

Büro Muffler gewinnt Architektenwettbewerb

Mit Förderung des Bundes aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ entsteht in Weimar das „Haus der Weimarer Republik – Forum für Demokratie“, und zwar direkt gegenüber vom Deutschen Nationaltheater – in jenem Gebäude, das zur Zeit noch als Bauhaus-Museum genutzt wird. Die Stadt Weimar als Bauherr hat für dieses Projekt einen offenen Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgelobt, an dem sich immerhin 61 Büros aus ganz Deutschland und teilweise aus dem Ausland beteiligten. Die Jury hatte es daher nicht leicht, denn es gab viele interessante Lösungsansätze. Den 1. Preis errang der Entwurf von Muffler Architekten aus Tuttlingen, den 2. Preis das Büro Osterwold-Schmidt aus Weimar und den 3. Preis das Büro Burucker/Barnikol aus Dresden. „Es ist schade, dass wir nicht alle Entwürfe umsetzen können“, erklärte Prof. Dr. Michael Dreyer, Vorsitzender des Weimarer Republik e.V., bei der öffentlichen Präsentation der Arbeiten. Er zeigte sich hochzufrieden mit den Ergebnissen und dankte der Stadt Weimar für diesen Wettbewerb. Der Verein hat sich bereit erklärt, den Betrieb des Hauses der Weimarer Republik zu übernehmen. Er will am Weimarer Theaterplatz einen lebendigen Ort der Ausstellung, politischen Bildung und wissenschaftlichen Forschung schaffen. (Grafik: Büro Muffler)

Haus der Weimarer Republik im November 2018 (Foto: Weimarer Republik e.V.)

Bund fördert Haus der Weimarer Republik mit 3 Millionen Euro

Das Projekt „Haus der Weimarer Republik“ kann Wirklichkeit werden. Mit drei Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ unterstützt der Bund in den kommenden Jahren die Ausgestaltung der einstigen Coudrayschen Wagenremise (Kulissenhaus) am Weimarer Theaterplatz zu einem Erinnerungsort an die erste deutsche Demokratie. „Unser Verein gründete sich im Frühjahr 2013 mit dem Ziel, zum 100. Jubiläum der Gründung der Weimarer Republik einen Ort der Erinnerung und der Auseinandersetzung mit ihren Höhen und Tiefen, ihrem Aufstieg und Niedergang zu schaffen. Diesem Ziel sind wir nun einen bedeutenden Schritt näher gekommen“, erklärt Michael Dreyer, Vorsitzender des Weimarer Republik e.V. Er dankt dem Gründungsvorsitzenden Carsten Schneider, der Weimarer Stadtverwaltung und dem Stadtrat und allen Akteuren in der Stadt Weimar, in Thüringen und auf Bundesebene für die Unterstützung während des Antragsverfahrens. Die vom Verein veranstalteten Experten- und Bürgerforen hätten sich gelohnt, denn sie lieferten die Grundlage für den erfolgreichen Antrag. Nun werde man intensiv daran arbeiten, gemeinsam mit allen interessierten Partnern und in enger Abstimmung mit der Stadt Weimar das Haus der Weimarer Republik bis zum Jahr 2019 zu verwirklichen.

Der bereits bei der Vorbereitung des Antrages durchgeführte transparente Prozess der Bürgerinformation soll auf jeden Fall fortgesetzt werden. Derzeit erarbeitet der Weimarer Republik e.V. gemeinsam mit der Stadt Weimar die dafür notwendigen Grundlagen. Sobald es hier einen neuen Stand gibt, wird an dieser Stelle ausführlich informiert. Bis dahin laden wir Sie ein, sich über den bisherigen Werdegang des Projekts Haus der Weimarer Republik näher zu informieren und uns Ihre Anregungen mitzuteilen.

Bürgerforum (© Weimarer Republik e.V.)

Bürgerforum favorisiert den Standort Theaterplatz

Der öffentliche Diskussionsprozess über Inhalt und Standort eines „Hauses der Weimarer Republik“ in Weimar wurde erfolgreich abgeschlossen. Bei einem gut besuchten Bürgerforum am 16. März sprach sich nach engagierter Diskussion die Mehrheit der Anwesenden für das heutige Bauhaus-Museum als künftigen Erinnerungsort an die erste deutsche Demokratie aus. Zuvor waren insgesamt sechs mögliche Standorte kritisch beleuchtet worden. Dabei wurden auch einige Bedenken und Anregungen geäußert. „Wir sind sehr dankbar für diese Rückmeldungen und werden sie in der weiteren Arbeit beachten“, so Prof. Dr. Michael Dreyer, Vorsitzender des Weimarer Republik e.V. Nun gibt es aus dem Diskussionsprozess heraus die eindeutige Empfehlung für den Theaterplatz als Ort für das „Haus der Weimarer Republik“. Die Entscheidung liegt nun beim Weimarer Stadtrat als demokratisch legitimiertem Gremium.

Expertenkolloquium (© Weimarer Republik e.V.)

Expertenkolloquium empfiehlt den Theaterplatz

Mit überwältigender Mehrheit hat ein hochkarätig besetztes Expertenkolloquium am 17. Februar 2016 eine Empfehlung für den Standort des Hauses der Weimarer Republik in Weimar abgegeben: Das derzeit als Bauhaus-Museum genutzte Kulissenhaus (Coudraysche Wagenremise) am Theaterplatz 4 wird aufgrund seiner Verfügbarkeit, seiner Authentizität und seiner Lage für den bestmöglichen Standort gehalten. Insgesamt fünf Vorschläge waren von den mehr als 30 Kommunalpolitikern, Wissenschaftlern, Ausstellungsfachleuten und Vertretern der politischen Bildungsarbeit intensiv diskutiert worden.

Der Weimarer Republik e.V. bemüht sich um ein öffentliches, transparentes Verfahren im Diskussionsprozess. Deshalb stellt er alle wichtigen Unterlagen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Im Downloadbereich dieses Forums können Sie alle relevanten Unterlagen herunterladen.

Weimarer Republik e.V. schlägt neuen Projekttitel vor

In den vergangenen Wochen hat sich der Weimarer Republik e.V. ausführlich mit einem möglichen Namen für die Erinnerungsstätte beschäftigt und dabei die zahlreichen Anregungen aus der Diskussion im Herbst 2015 einfließen lassen.

Sein Vorschlag lautet nun: Haus der Weimarer Republik. Forum für Demokratie.

„Wir meinen, dass dieser Titel in Verbindung mit der Unterzeile die Funktion des Hauses und unsere Intentionen beim Umgang mit der Erinnerung an die erste deutsche Demokratie sehr treffend beschreibt“, so Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Michael Dreyer. Einerseits werde der weltweit geläufige Begriff der Weimarer Republik nach vorn gestellt, andererseits der enge Bezug zur gegenwärtigen Demokratie unterstrichen.

Weimar (© Stadtmuseum Weimar)

Warum gibt es diesen öffentlichen Diskussionsprozess?

Der Weimarer Republik e.V. hat gemeinsam mit der Stadtverwaltung Weimar einen öffentlichen Diskussionsprozess darüber angestoßen, in welcher Weise und wo in der Stadt eine angemessene Erinnerungsstätte an die Weimarer Republik als erster deutscher Demokratie entstehen soll. Diese Diskussion sollte jetzt geführt werden, damit noch genügend Zeit bleibt, um im Jubiläumsjahr 2019 eine angemessene Würdigung der Ereignisse am Ort ihres Geschehens erfolgen zu lassen. Ziel ist es, bis zum Frühjahr 2016 zu einem auf breiter Basis abgestimmten Vorschlag zu Inhalt, Titel und Standort eines Hauses der Demokratie in Weimar zu gelangen, der es ermöglicht, im Anschluss die Finanzierung und Umsetzung des Projekts zu organisieren.

Zwei Phasen der Diskussion

Damit der Diskussionsprozess erfolgreich verlaufen kann, sollte eine sinnvolle thematische Aufreihung vorgenommen werden. Dabei gilt der Grundsatz, dass die Form dem Inhalt folgt. Zunächst muss also über die Inhalte der Erinnerungsstätte debattiert werden. Wenn hierüber Klarheit herrscht, dann kann über den besten Ort für dieses Vorhaben diskutiert werden. Die Diskussion wird in beiden Phasen einerseits aus einem Austausch unter Fachexperten bestehen und andererseits aus einem Diskurs in der Öffentlichkeit, der Ideen und Anregungen der Bürger aufgreift. Beide Kommunikationsstränge werden miteinander verwoben, insbesondere dadurch, dass der Fachaustausch zuerst stattfindet und im anschließenden öffentlichen Diskurs dessen Ergebnisse als Grundlage genutzt werden können.

Deutsches Nationaltheater 1919 (© Stadtmuseum Weimar)

Formen der Diskussion

In den öffentlichen Diskussionsprozess sollen möglichst viele Bürger und Akteure eingebunden werden. Deshalb ist es notwendig, ihn auf mehreren Ebenen zu führen. Dadurch ist gewährleistet, dass alle interessierten Bürger die Möglichkeit haben, sich in den Prozess einzubringen. Folgende Instrumente werden zum Einsatz gelangen:

  1. Expertenkolloquien
  2. öffentliche Bürgerforen
  3. Informationen über den Rathauskurier der Stadt Weimar
  4. Informationen über die lokalen Medien in Weimar
  5. Info- und Diskussionsstände in der Weimarer Innenstadt
  6. eine Informationsplattform mit Kontaktformular im Internet

Als Moderator des Diskussionsprozesses fungiert Hartmut Kaczmarek. Der erfahrene Journalist war viele Jahre lang Chefreporter und stellvertretender Chefredakteur der in Weimar erscheinenden Thüringischen Landeszeitung und arbeitet gegenwärtig als Pressesprecher des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Thüringen.

Die nächsten Termine:

Derzeit befinden wir uns in der Planung für die nächsten Veranstaltungen zum Projekt.
Sobald konkrete Termine feststehen, erfahren Sie es hier.

Downloadbereich:

Hier finden Sie alle wichtigen Dokumente zum Diskussionsprozess

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Glossar

Abkürzungs- und Siglenverzeichnis der verwendeten Literatur:

[AB]August Baudert: Sachsen-Weimars Ende. Historische Tatsachen aus sturmbewegter Zeit, Weimar 1923.
[AS]Axel Schildt: Die Republik von Weimar. Deutschland zwischen Kaiserreich und „Drittem Reich“ (1918-1933), hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009.
[BauerBauer, Kurt, Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall, u.a. Wien 2008.
[BihlBihl, Wolfdieter, Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918. Chronik - Daten - Fakten, Wien 2010.
[BüttnerBüttner, Ursula, Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933, Stuttgart 2008.
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[GrüttnerGrüttner, Michael, Das Dritte Reich 1933-1945 (= Bd. 19, Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte), Stuttgart 2014.
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[PeukertPeukert, Detlef, Die Weimarer Republik. Krisenjahre der Klassischen Moderne, Frankfurt a.M. 1987.
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[TofahrnTofahrn, Klaus W., Chronologie des Dritten Reiches. Ereignisse, Personen, Begriffe, Darmstadt 2003.
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[VU]Volker Ullrich: Die Revolution von 1918/19, München 2009.
[WinklerWinkler, Heinrich-August, Weimar 1918-1933. Die Geschichte der Ersten deutschen Demokratie, München 1993.
[WirschingWirsching, Andreas, Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, 2. erw. Aufl., München 2010.

(zusammengestellt von Dr. Jens Riederer und Christine Rost, bearbeitet von Stephan Zänker)

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