Die Kämpfe in Posen enden - auf Wunsch der Entente

Mit deutlich über eintausend Toten endete am 16. Februar der Posener Aufstand als blutigste Episode des Revolutionswinters offiziell. Der Vormarsch deutscher Verbände wurde auf Druck der Entente hin abgebrochen, die hiervon die anstehende Verlängerung des Waffenstillstandsabkommens abhängig gemacht hatte. Eine tragische Dimension gewinnen die Ereignisse dadurch, dass die Abspaltung der mehrheitlich polnisch-sprachigen Provinz Posen auch über ein Referendum möglich gewesen wäre und das Blutvergießen somit unnötig war.

Volltext:

Abkommen über die dritte Verlängerung des Waffenstillstandes, Trier der 16. Februar 1919

Die unterzeichneten Bevollmächtigen […] haben, mit den Vollmachten versehen, kraft derer das Waffenstillstandsabkommen vom 11. November 1918 unterzeichnet worden ist, folgendes Zusatzabkommen geschlossen:

  1. Die Deutschen müssen unverzüglich alle Offensivbewegungen gegen die Polen in dem Gebiet von Posen oder in jedem anderen Gebiet aufgeben.

Zu diesem Zweck wird ihnen untersagt, folgende Linie durch ihre Truppen zu überschreiten zu lassen: [Es folgt die geographische Beschreibung der Waffenstillstandslinie, die den Hauptteil der Provinz Posen bei Polen belässt, Anm.].

  1. Der durch die Abkommen vom 13. Dezember 1918 und vom 16. Januar 1919 bis zum 17. Februar 1919 verlängerte Waffenstillstand vom 11. November 1918 wird von neuem für eine kurze unbefristete Zeitdauer verlängert, wobei die alliierten und assoziierten Mächte sich das Recht vorbehalten, mit einer Frist von drei Tagen zu kündigen.
  2. Die Ausführung der Bestimmungen des Abkommens vom 11. November 1918 und der Zusatzabkommen vom 13. Dezember 1918 und vom 16. Januar 1919,, soweit dieselben derzeit noch unvollständig verwirklicht sind, wird fortgesetzt und in der Zeit der Verlängerung des Waffenstillstands zu den von der Permanenten Waffenstillstandskommission nach den Weisungen des Oberkommandos der Alliierten festgesetzten Einzelbestimmungen zum Abschluß geführt werden.

 

gez.: J. Foch, Browning, Erzberger, Freiherr von Hammerstein, von Haniel, Vanselow

Deutsches Reich (1914), Posen in Rot

Quelle:

Ursachen und Folgen, Bd. 3, S. 341f.

 

Bild:
https://de.wikipedia.org/wiki/Posener_Aufstand_(1918%E2%80%931919)#/media/File:Map-Prussia-Posen.png

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Glossar

Abkürzungs- und Siglenverzeichnis der verwendeten Literatur:

ADGBAllgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund
AEGAllgemeine Elektricitäts-Gesellschaft
AfA-BundGeneral Free Federation of Employees
AVUSAutomobil-Verkehrs- und Übungsstraße
BMWBayrische Motorenwerke
BRTBruttoregistertonne
BVPBayerische Volkspartei
CenterZentrumspartei
DAPDeutsche Arbeiterpartei
DDPDeutsche Demokratische Partei
DNTDeutsches Nationaltheater
DNVPDeutsch-Nationale Volkspartei
DVPDeutsche Volkspartei
KominternCommunist International
KPDKommunistische Partei Deutschlands
KVPKonservative Volkspartei
MSPDMehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands
NSNationalsozialismus
NSDAPNationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei; Nazipartei
NVNationalversammlung
O.C.Organization Consul
OHLOberste Heeresleitung
RMReichsmark
SASturmabteilung; Brownshirts
SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands
SSSchutzstaffel
StGBPenal Code
UfAUniversum Film Aktiengesellschaft
USPDUnabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands
VKPDVereinigte Kommunistische Partei Deutschlands
ZentrumDeutsche Zentrumspartei
[AB]August Baudert: Sachsen-Weimars Ende. Historische Tatsachen aus sturmbewegter Zeit, Weimar 1923.
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(zusammengestellt von Dr. Jens Riederer und Christine Rost, bearbeitet von Stephan Zänker)

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