Die Weimarer Republik – Deutschlands erste Demokratie

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Selbst die Junker beugen sich...

Für Jahrhunderte wurde die preußische Monarchie von den als Junkern bezeichneten Adligen dominiert. Insbesondere das preußische Abgeordnetenhaus war durch das sog. Drei-Klassen-Wahlrecht, welches durch eine Stimmgewichtung anhand des Steueraufkommens Besitzende an Land und Vermögen stark begünstigte, stets von einer konservativen Mehrheit dominiert. Die Wahl war ungleich, indirekt und nicht-geheim.

Dieser Gegensatz zum Wahlrecht des Reichstages wurde in der Benachteiligung der SPD besonders deutlich. Noch 1913 hatte sie bei einem Stimmenanteil von 28,4% lediglich 2,3% der Sitze erhalten. Die Konservative Partei hingegen erhielt mit einem Stimmanteil von 14,8% ganze 33,6% der Sitze. Dementsprechend niedrig war auch die Wahlbeteiligung unter der (allein wahlberechtigten männlichen) Bevölkerung. Diese Bastion der Junker sollte nun aus Rücksicht auf die Regierungsbeteiligung der MSPD im Reich fallen. Und dies recht klanglos.

Volltext:

In der Stunde höchster Not des Vaterlandes und in der Erwägung, daß wir auf schwere Kämpfe für die Unversehrtheit des vaterländischen Bodens gerüstet sein müssen, hält es die Konservative Fraktion des Abgeordnetenhauses für ihre patriotische Pflicht, alle inneren Kämpfe zurückzustellen. Sie ist gewillt, zu diesem Zwecke auch schwere Opfer zu bringen. Sie glaubt nach wie vor, daß eine weitgehende Radikalisierung der preußischen Verfassung nicht zum Heile des preußischen Volkes dienen wird, ist aber bereit, den Widerstand gegen die Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen entsprechend dem jüngsten Vorgehen ihrer Freunde im Herrenhause aufzugeben, um die Bildung einer Einheitsfront zu gewährleisten.

Quelle:

Beschluss der Konservativen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses vom 15. Oktober 1918

In: Ursachen und Folgen, Bd. 2, S. 359

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Ein Projekt des Weimarer Republik e.V. mit freundlicher Unterstützung

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Abkürzungs- und Siglenverzeichnis der verwendeten Literatur:

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(zusammengestellt von Dr. Jens Riederer und Christine Rost, bearbeitet von Stephan Zänker)