Weimarer Republik e.V. wird institutionell gefördert

Reichstagsgebäude, Plenarsaal, Berlin / Deutschland. (© Quelle: Bilddatenbank des Deutschen Bundestages, 4492342)

Seit seiner Gründung im Jahr 2013 kümmert sich der Weimarer Republik e.V. um die Erinnerung an die erste deutsche Demokratie. Damals überwog in der Öffentlichkeit noch die Überzeugung, dass die Zeit zwischen 1918 und 1933 vor allem als Vorgeschichte des Nationalsozialismus anzusehen und eine demokratiegeschichtliche Tradition daraus nur schwer zu entwickeln sei. Zuerst in der Wissenschaft und später auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen setzte sich jedoch die Erkenntnis durch, dass nach dem Ersten Weltkrieg sehr wohl die Chance auf eine dauerhafte Demokratie bestand und dass die Weimarer Republik eine ganze Reihe von Grundrechten, Freiheiten und Innovationen hervorbrachte, auf denen unsere heutige Bundesrepublik in erheblichem Maße fußt. Weimar wurde mehr vom Anfang her gedacht und nicht mehr nur vom Ende her. Befördert wurde dieser Prozess durch die Wahrnehmung, dass auch unsere heutige Demokratie keine Selbstverständlichkeit darstellt und immer wieder gegen Angriffe verteidigt werden muss. Ereignisse, Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Weimarer Zeit erhalten seitdem eine deutlich höhere Aufmerksamkeit.
Der Weimarer Republik e.V. hat an dieser Entwicklung aktiv mitgewirkt und sie mit einer Vielzahl an Projekten und Veranstaltungen begleitet. Den Höhepunkt stellte das Jubiläumsjahr 2019 dar, als an den 100. Jahrestag der Republikgründung erinnert wurde und zudem die Eröffnung des Hauses der Weimarer Republik als zentraler Erinnerungsstätte begangen werden konnte. Das Gebäude am Weimarer Theaterplatz und damit am authentischen Gründungsort hat sich inzwischen in der Stadt etabliert und erhält gerade einen Erweiterungsbau, der im Frühjahr 2022 fertiggestellt wird.
Die Entscheidung des Bundestages zur institutionellen Förderung würdigt die bisherige Arbeit des Weimarer Republik e.V. und gibt ihr eine dauerhafte Perspektive. „Wir danken allen, die an dieser Entscheidung mitgewirkt haben“, erklärt Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Michael Dreyer. Ganz besonders gelte das für den Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider, der sich von Anfang an für eine stärkere Erinnerung an die Weimarer Republik eingesetzt und somit die heutige Stellung dieses Themas erst ermöglicht habe. Der Verein könne nun seine Arbeit mit voller Kraft fortsetzen. Angesichts weiterhin anstehender 100. Jahrestage aus der Weimarer Zeit und der hohen Aktualität für unsere Demokratie gingen die Ideen dafür noch lange nicht aus.

 

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Abkürzungs- und Siglenverzeichnis der verwendeten Literatur:

ADGBAllgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund
AEGAllgemeine Elektricitäts-Gesellschaft
AfA-BundGeneral Free Federation of Employees
AVUSAutomobil-Verkehrs- und Übungsstraße
BMWBayrische Motorenwerke
BRTBruttoregistertonne
BVPBayerische Volkspartei
CenterZentrumspartei
DAPDeutsche Arbeiterpartei
DDPDeutsche Demokratische Partei
DNTDeutsches Nationaltheater
DNVPDeutsch-Nationale Volkspartei
DVPDeutsche Volkspartei
KominternCommunist International
KPDKommunistische Partei Deutschlands
KVPKonservative Volkspartei
MSPDMehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands
NSNationalsozialismus
NSDAPNationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei; Nazipartei
NVNationalversammlung
O.C.Organization Consul
OHLOberste Heeresleitung
RMReichsmark
SASturmabteilung; Brownshirts
SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands
SSSchutzstaffel
StGBPenal Code
UfAUniversum Film Aktiengesellschaft
USPDUnabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands
VKPDVereinigte Kommunistische Partei Deutschlands
ZentrumDeutsche Zentrumspartei
[AB]August Baudert: Sachsen-Weimars Ende. Historische Tatsachen aus sturmbewegter Zeit, Weimar 1923.
[AS]Axel Schildt: Die Republik von Weimar. Deutschland zwischen Kaiserreich und „Drittem Reich“ (1918-1933), hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2009.
[BauerBauer, Kurt, Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall, u.a. Wien 2008.
[BihlBihl, Wolfdieter, Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918. Chronik - Daten - Fakten, Wien 2010.
[BüttnerBüttner, Ursula, Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933, Stuttgart 2008.
[DNV]Die Deutsche Nationalversammlung im Jahre 1919 in ihrer Arbeit für den Aufbau des neuen deutschen Volksstaates, hrsg. v. Ed.[uard] Heilfron, Bd. 1 bis 6, Berlin [1919].
[Ebert/Wienecke-JanzEbert, Johannes/Wienecke-Janz, Detlef, Die Chronik. Geschichte des 20. Jahrhunderts bis heute, Gütersloh/München 2006.
[EK]Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik, 3. überarb. u. erw. Aufl., München 1993.
[EtzoldEtzold, Hans-Rüdiger, Der Käfer II. Die Käfer-Entwicklung von 1934 bis 1982 vom Urmodell zum Weltmeister, Stuttgart 1989.
[GG]Gitta Günther: Weimar-Chronik. Stadtgeschichte in Daten. Dritte Folge: März 1850 bis April 1945 (Weimarer Schriften, Heft 33), Weimar 1987.
[GrüttnerGrüttner, Michael, Das Dritte Reich 1933-1945 (= Bd. 19, Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte), Stuttgart 2014.
[HildebrandHildebrand, Klaus, Das Dritte Reich, 7. Aufl., München 2010.
[Kessler Tgbb]Harry Graf Kessler. Tagebücher 1918-1937, hrsg. von Wolfgang Pfeiffer-Belli, Frankfurt a. M und Leipzig 1996.
[KittelKittel, Erich, Novembersturz 1918. Bemerkungen zu einer vergleichenden Revolutionsgeschichte der deutschen Länder, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 104 (1968), S. 42-108.
[KolbKolb, Eberhard, Die Weimarer Republik, 7. durchges. und erw. Aufl., München 2010.
[NiedhartNiedhart, Gottfried, Die Außenpolitik der Weimarer Republik, 2. aktualisierte Aufl., München 2010.
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[Overesch/SaalOveresch, Manfred/Saal, Friedrich Wilhelm, Die Weimarer Republik, Eine Tageschronik der Politik, Wissenschaft Kultur, Augsburg 1992.
[PeukertPeukert, Detlef, Die Weimarer Republik. Krisenjahre der Klassischen Moderne, Frankfurt a.M. 1987.
[PK]Paul Kaiser: Die Nationalversammlung 1919 und die Stadt Weimar (Weimarer Schriften, Heft 16), Weimar 1969.
[PM]Paul Messner: Das Deutsche Nationaltheater Weimar. Ein Abriß seiner Geschichte. Von den Anfängen bis Februar 1945 (Weimarer Schriften, Heft 17), Weimar 1985.
[ThHB]Thüringen-Handbuch. Territorium, Verfassung, Parlament, Regierung und Verwaltung in Thüringen 1920 bis 1995, hrsg. von Bernhard Post und Volker Wahl, Redaktion Dieter Marek (Veröffentlichungen aus Thüringischen Staatsarchiven, Bd. 1), Weimar 1999.
[TofahrnTofahrn, Klaus W., Chronologie des Dritten Reiches. Ereignisse, Personen, Begriffe, Darmstadt 2003.
[UB]Ursula Büttner: Weimar. Die überforderte Republik 1918-1933. Leistungen und Versagen in Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur, Stuttgart 2008.
[VU]Volker Ullrich: Die Revolution von 1918/19, München 2009.
[WinklerWinkler, Heinrich-August, Weimar 1918-1933. Die Geschichte der Ersten deutschen Demokratie, München 1993.
[WirschingWirsching, Andreas, Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, 2. erw. Aufl., München 2010.

(zusammengestellt von Dr. Jens Riederer und Christine Rost, bearbeitet von Stephan Zänker)

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