Die Weimarer Republik – Deutschlands erste Demokratie

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Nach wie vor eine starke Resonanz

Die Besucherzahlen im Haus der Weimarer Republik sind 2024 leicht zurückgegangen, liegen aber weiterhin auf dem Rekordniveau des Vorjahres.

Das Haus der Weimarer Republik verzeichnet weiterhin starke Besucherzahlen. Zwar gab es im Jahr 2024 einen leichten Rückgang, dennoch konnte das Rekordniveau des Vorjahres mit 32.159 Besuchern fast erreicht werden (2023: 33.398). Hinzu kamen rund 15.000 Gäste, die eine der Veranstaltungen im Künstlergarten und im Forum für Demokratie besuchten. Somit hat die Einrichtung 2024 erneut fast 50.000 Menschen erreicht.
„Wir sind sehr froh, dass unser Angebot eine solche Resonanz erfährt“, erklärt Stephan Zänker, Vorstandsvorsitzender des Betreibervereins Weimarer Republik e.V. Der leichte Rückgang erkläre sich vor allem dadurch, dass es im Jahr 2023 eine große Werbekampagne und die Eröffnung des Erweiterungsbaus gegeben hat. Aufgrund knapperer Kassen konnte eine ähnliche Präsenz des Hauses der Weimarer Republik 2024 nicht hergestellt werden. „Wir hoffen, dass der Bund unseren Haushalt an die gestiegenen Herausforderungen und Kosten anpasst“, formuliert Stephan Zänker ein Anliegen im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl.
Die meisten Besucher waren individuell im Haus der Weimarer Republik unterwegs. Die Nachfrage durch Gruppen wuchs jedoch weiter: Wurden im Jahr 2023 noch 392 Gruppen mit 4.885 Teilnehmern gezählt, so waren es 2024 427 Gruppen mit 6.514 Teilnehmern. Immer beliebter werden dabei thematische Workshops, die inzwischen für verschiedene Zielgruppen angeboten werden, etwa für Schulklassen oder Angehörige der Bundeswehr.
Zur guten Bilanz für das vergangene Jahr haben auch die beiden Sonderausstellungen beigetragen. Von Februar bis September standen unter dem Titel „Zwei Welten – eine Republik.“ Die beiden Reichspräsidenten Friedrich Ebert und Paul von Hindenburg im Mittelpunkt. Seit Ende Oktober ist die Ausstellung „Gewalt gegen Weimar“ zu sehen, die die zahlreichen Angriffe auf die Demokratie in der Frühzeit der Weimarer Republik thematisiert. Sie kann noch bis zum 9. März besichtigt werden.
Ab 11. April gibt es dann die nächste Sonderausstellung im Haus der Weimarer Republik, sie wird die gesamte Saison 2025 prägen. Unter dem Titel „Freiheit in Bewegung“ beschäftigt sie sich mit dem Sport der damaligen Zeit, der in der ersten deutschen Demokratie seinen Durchbruch zum Massenphänomen erlebte, als das wir ihn heute kennen. Millionen Deutsche ließen sich von der Begeisterung mitreißen – ob als Aktive oder als Zuschauer. Dank mehr Freizeit und dem Wegfall von Tabus aus der Kaiserzeit schaffte die Demokratie einen breiten Zugang zum Sport, der vor dem Ersten Weltkrieg noch ein Privileg wohlhabender Kreise gewesen war.


Das Haus der Weimarer Republik am Theaterplatz. Bild: Thomas Müller
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Ein Projekt des Weimarer Republik e.V. mit freundlicher Unterstützung

Glossar

Abkürzungs- und Siglenverzeichnis der verwendeten Literatur:

ADGBAllgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund
AEGAllgemeine Elektricitäts-Gesellschaft
AfA-BundGeneral Free Federation of Employees
AVUSAutomobil-Verkehrs- und Übungsstraße
BMWBayrische Motorenwerke
BRTBruttoregistertonne
BVPBayerische Volkspartei
CenterZentrumspartei
DAPDeutsche Arbeiterpartei
DDPDeutsche Demokratische Partei
DNTDeutsches Nationaltheater
DNVPDeutsch-Nationale Volkspartei
DVPDeutsche Volkspartei
KominternCommunist International
KPDKommunistische Partei Deutschlands
KVPKonservative Volkspartei
MSPDMehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands
NSNationalsozialismus
NSDAPNationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei; Nazipartei
NVNationalversammlung
O.C.Organization Consul
OHLOberste Heeresleitung
RMReichsmark
SASturmabteilung; Brownshirts
SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands
SSSchutzstaffel
StGBPenal Code
UfAUniversum Film Aktiengesellschaft
USPDUnabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands
VKPDVereinigte Kommunistische Partei Deutschlands
ZentrumDeutsche Zentrumspartei
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[WirschingWirsching, Andreas, Die Weimarer Republik. Politik und Gesellschaft, 2. erw. Aufl., München 2010.

(zusammengestellt von Dr. Jens Riederer und Christine Rost, bearbeitet von Stephan Zänker)